Der Nebel lichtet sich – Das Kultur: Haus Dacheröden öffnet seine Türen, der Reiseblog schließt.
Danke für die vielen Erinnerungen, die uns in den letzten Wochen haben reisen und träumen lassen.
Ab Herbst wollen wir „Wenn jemand eine Reise tut“ als Abendveranstaltung im Haus Dacheröden fortsetzen…

Wir freuen uns auf Sie!
Ihr Kultur: Haus Dacheröden

Es war ein Bilderbuch-Urlaubstag im letzten Sommer. Nach drei Stunden
Aufstieg erreichten wir den hoch gelegenen Tappenkarsee im Salzburger
Land und wurden mit einer wunderschönen Aussicht belohnt. In dieser
Gegend sind wir schon viele Sommer unterwegs gewesen: Hohe
Berge, weite Aussicht, sanfte Täler, klare Bergseen und Flüsse sind
einfach genial zum Erholen und Wandern. Dazu gehört auch die
Gastfreundschaft und Herzlichkeit der Menschen in den Almhütten. Uns verbindet eine liebevolle Freundschaft zur Familie des Bergbauernhofes, auf welchem wir immer Quartier beziehen. Dort ist man einfach ganz dicht am Leben der Menschen in dieser Region dran. Unsere Kinder haben dort in früheren Jahren Kühe von der Alm getrieben, zu melken versucht, Honig
geschleudert, Heu eingebracht, Brot gebacken…Obwohl wir natürlich auch
gerne andere Regionen und Gegenden bereisen, ist es eine schöne
Erfahrung, immer wieder in ein Land, an einen Ort zurückzukehren, den man
kennt und an dem man sich wohlfühlt.

Barbara und Uli Gremm

Angelehnt an Goethes Zeilen „Warum in die Ferne schweifen. Sieh , das Gute liegt so nah“, habe ich in diesem Jahr meine englischen Gartenträume vertagt und mich in eine wundervolle Landschaft begeben, die eigentlich vor der Haustür meiner Heimatstadt Erfurt liegt: das Eichsfeld mit dem gleichnamigen Landkreis.

Nur wenigen Menschen in meinem Umfeld ist dieser Landstrich vertraut, gelegen zwischen Harz, osthessischem Bergland, Werra  und dem Thüringer Becken, in dem u.a. die Flüsse Unstrut und Leine ihren Ursprung haben.

Bekannt ist den meisten allerdings, dass das Eichsfeld katholisch geprägt ist, was in seiner Zugehörigkeit zu Kurmainz bis 1803 begründet liegt, spätestens aber seit dem Besuch von  Papst Benedikt XVI. am 23. September 2011 in der Wallfahrtskirche Etzelsbach.

Die Eichsfelder haben sich in Zeiten der DDR-Diktatur ihre Heimat-und Glaubensverbundenheit bewahren können, eine Identität, die auch den Verheißungen der Konsumgesellschaft nach 1989 mit einer gewissen Gelassenheit und Bodenständigkeit trotzen konnte.

Der Eichsfeldkreis bezeichnet nicht nur eine reizvolle Landschaft mit sanften Höhen und lichten Wiesentälern sondern auch eine einmalige Kulturlandschaft mit einer reichen Bausubstanz. Das Bild dieser Landschaft wird noch heute in hohem Maße von den historisch gewachsenen Dörfern mit behutsam sanierten Fachwerkbauten geprägt, von ihren Kirchen, die mit ihren spitzen Helmen und geschweiften Hauben weit ins Land schauen und die Silhouetten bestimmen, von ehemaligen Klosteranlagen, Kreuzwegstationen aber auch von ihren Burgen, zu deren bekannteste wohl die Burg Hanstein im Dreiländereck Hessen-Niedersachsen-Thüringen zählt.

Deutsch-deutsche Geschichte kann man in den Grenzmuseen Schifflersgrund bei Asbach-Sickenberg und Teistungen sehr eindrucksvoll erleben.

Gut ausgebaute Radwege und ein weit verzweigtes Straßensystem lassen das Reisen zum entspannten Vergnügen werden. Für eine kräftige Brotzeit sollte man unbedingt die „Stracke“, eine Eichsfelder Wurstspezialität wählen.

Gemäß dem Liedtext von Matthias Claudius „Wenn jemand eine Reise tut, so kann er was erzählen, drum nehm ich meinen Stock und Hut und tät das Reisen wählen“ werde ich auch im nächsten Frühling wieder etwas zu erzählen haben; dann vielleicht von englischen Gärten und Herrenhäusern.

Sabine Ortmann

Manchmal reicht auch eine Reise auf die nur 48,5 km von der deutschen Nordseeküste entfernte Insel Helgoland: Sonne, Wolken, Fauna und Flora, Wind und ein Seegang, der den Abenteueraspekt mehr als ausreichend bedient.

Familie Neuhaus und Großeltern auf Helgoland

Mein Alphüttli ist gar keines, auch wenn alle es so nennen. Eigentlich ist es ein Maiensäss, auf einer Alp im Simmental im Berner Oberland gelegen und von steilen Mähdern umgeben. Dort hinauf trieben in alten Zeiten die Bauern im Mai ihr Vieh, blieben einige Wochen, bis die Hochalp endlich frei war von Schnee und die mageren Bergwiesen wieder grün. Dann zogen sie weiter und kehrten erst im Spätsommer zurück aufs Maiensäss, um Halt zu machen, bevor es mit Kühen, Ziegen und Schafen wieder ins Winterquartier hinunter ins Tal ging.

Ganz versteckt liegt das Hüttli am Hang. Bis zum nächsten bewohnten Hof ist es eine Dreiviertelstunde zu Fuß. Strom gibt es dort nicht, auch kein fließendes Wasser. Nur einen Brunnen vor der Hütte, eine kleine Küche mit einem verrußten Holzherd, eine Schlafkammer, ein Plumpsklo, hintendran ein leerer Stall und oben der Heuschober. So hat es auch schon vor über hundert Jahren ausgesehen.

Ach, die Schwedin wieder, sagen die Leute im Dorf. Die, die das Alphüttli mietet, dem H. seines.

Ich bin genauso wenig eine Schwedin, wie das Maiensäss ein Alphüttli ist, noch dazu spreche ich Schwiizerdütsch mit deutlichem Zürcher Einschlag. Aber das spielt keine große Rolle. Es ist ohnehin schon merkwürdig genug, dass jemand da oben ist, allein, finden die Leute. Nachts treibt nämlich der alte Knecht sein Unwesen dort, erzählt man sich im Dorf. Also, ich würde mich nicht trauen, schon gar nicht allein, sagen sie.

Ich bin gerne dort oben, auf dem Hüttli, jeden Sommer. Tagsüber wird es noch sehr heiß an den steilen Mähdern, selbst Ende August. Dann blüht das Sumpf-Herzblatt in der Wiese am Bach und weiter oben am Hang steht der Oregano in hellviolett. Nachts riecht es schon nach dem ersten Schnee und fallen die Temperaturen so schroff ab wie die felsigen Hänge ringsum.

Im ersten Jahr schleppe ich noch Bücher mit hinauf, damit die Zeit allein dort schneller vergeht. Aber die Tage sind angefüllt mit Holzhacken, mit Wandern und mit Blaubeerpflücken – zum Bücherlesen komme ich nicht. Ich sammle Körbe voll mit Pfifferlingen und mit Steinpilzen, die sich oben beim Mastweidli zwischen den schweren Felsbrocken verstecken, leere Schneckenhäuser und Hagebutten, die ich auf lange Schnüre auffädle, und stundenlang beobachte ich den Steinadler, wie er an den Hängen kreist.

Uii-uii-uii rufen die Bauern zur Melkzeit, eine Uhr brauche ich nicht, auch nicht beim Wandern. Zurück geht es in Richtung Hüttli, das friedlich daliegt im Nachmittagssonnenschein. Schon von Weitem sehe ich das verwitterte Schindeldach leuchten, während in der leeren Brotdose die gesammelten Schneckenhäuser fröhlich klimpern. Vorbei am blühenden Oregano, das Bächlein entlang und dann ein Stück die Wiese hinunter. Verschwitzt hocke ich wenig später mit den Füßen im eiskalten Brunnen vorm Haus und höre den Kühen zu.

Uii-uii-uii, tönt es aus der Ferne, der Bauer oben auf der Alp melkt immer erst spät. Zeit fürs Nachtessen. Wenn die Gipfel der Gastlosen sich blauschroff am Horizont abzeichnen, sitze ich eingehüllt in eine dicke Wolldecke mit einem Glas Wein und schaue quer über das Tal, jeden Abend. Kein Licht weit und breit, nur auf der gegenüberliegenden Seite schiebt sich ein winziger Punkt über den Bergpass in Richtung Gruyère, bald ist auch er verschwunden. Im Schein der Stirnlampe putze ich mir draußen am Brunnen die Zähne und wage mich ein letztes Mal aufs Plumpsklo, die Tür sperrangelweit offen. Man weiß ja nie.

Drinnen wartet schon eine Wärmflasche im Bett und ich puste die Kerze aus, die im Fenster steht, während die Dunkelheit sich immer näher ans Hüttli schleicht, bis sie es ganz verschluckt hat und mich mit.

Und dann sind wir allein, das Hüttli und ich.

Hundemüde bin ich, aber noch lässt mich die Dunkelheit nicht schlafen. Klopfenden Herzens liege ich wach und lausche angestrengt auf all die Geräusche, eines nach dem anderen. Aber alles klingt wie immer. Der alte Apfelbaum, dessen Zweige bis in die schiefe Regenrinne reichen. Der murmelnde Brunnen vorm Haus. Das letzte Knistern im Küchenofen. Irgendwo weit in der Ferne ein paar Kuhglocken. Dunns! Der klappernde Fensterladen. Wag’ es ja nicht, sage ich laut, für den Fall, dass es dem alten Knecht ausgerechnet heute in den Sinn kommt, auf dem Heuboden sein Unwesen zu treiben. Und irgendwann werden die Glieder schwerer und schwerer und schlafe ich ein.

Dunns!

Senkrecht sitze ich im Bett und taste nach der Stirnlampe. Halb zwei und stockfinster ist es. Und wieder ein lautes dunns! Das ganze Hüttli ächzt und bebt. Ich zünde eine Kerze an und starre raus ins Dunkel, bis mein Puls wieder ruhiger wird. Mit tiefer Baßstimme singt das schwere Gebälk nach der Hitze des Spätsommertags vom Schnee, der bald kommen wird. Im Quintett, mit dröhnenden Stimmen, dehnen die Balken sich aus in der Kälte der Nacht. Fröstelnd und müde krieche ich zurück ins warme Bett, während draußen der alte Apfelbaum noch immer an der Regenrinne rüttelt, der Fensterladen klappert und mich das Hüttli zurück den Schlaf singt.

Gegen vier, direkt unter dem kleinen Fenster der Schlafkammer. Dunns! Hellwach bin ich jetzt und lausche auf das Kratzen draußen am verwitterten Holz. Jede Nacht dasselbe Spiel. Der Marder springt mit einem lauten Rums auf den Balkenvorsprung und hockt dort, eine Stunde lang. Morgen früh werde ich einen Gruß in Form eines länglichen Kothaufens sehen, den er mir hinterlassen hat. Und wie jeden Morgen werde ich den Kaffeesatz aus der Espressokanne draußen auf den Balken streuen, als einen Gruß von mir, damit die kommende Nacht hoffentlich ungestört bleibt. Aber der Marder kennt das Spiel. Bis kurz vor fünf hält er mich wach, eine Uhr brauche ich nicht. Noch anderthalb Stunden Schlaf.

Wenn die Gipfel der Gastlosen anfangen, sich tiefrosa am Horizont abzuzeichnen, ist es halb sieben. Dann wache ich von der Kälte auf. Öffne die schwere Holztür und hole Wasser am Brunnen. Knie frierend in Nachthemd und dicker Strickjacke vor dem alten Holzofen in der Küche, schichte Scheit um Scheit und warte darauf, daß die Espressokanne endlich zischt.

Auf den Matten ringsum glitzert der Raureif, der erste in diesem Spätsommer. Eingehüllt in eine dicke Wolldecke sitze ich wenig später noch reichlich verschlafen mit meiner Kaffeetasse auf der Bank vor dem Hüttli und warte darauf, daß die ersten Sonnenstrahlen über die Wipfel der hohen Tannen reichen und Goldflecken aufs Gras malen, wie jeden Morgen. Uii-uii-uii, tönt es aus der Ferne, der Bauer oben auf der Alp ist zeitig mit dem Melken. Ein schöner Tag wird es werden, einer mit Blaubeerpflücken und Steinpilzesuchen, mit Spätsommersonnenhitze und blauem Himmel.

Wieder eine Nacht, in der der alte Knecht sein Unwesen woanders getrieben hat, nicht hier. Prost! sage ich dankend in Richtung Heuboden, obwohl man mit Espresso nicht prostet. Aber das kümmert weder den alten Knecht noch mich, wir sind ja unter uns, hier auf dem Hüttli.


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Ich bin erst vor einigen Monaten von Schweden nach Erfurt gezogen und hatte gerade angefangen, mich in der Stadt zu Hause zu fühlen, als Treffen mit Freunden plötzlich nicht mehr möglich waren. Der Corona-Lockdown in der neuen und noch nicht ganz vertrauten Umgebung, noch dazu allein, war anfangs nicht so einfach. Als ich einer Freundin am Telefon davon erzählte, sagte sie ”Wenn jemand das aushält, die Einsamkeit, dann doch du, hüttenerprobt wie du bist”. Aber die Einsamkeit ist keine, wenn man sie sich selbst aussuchen darf. Allein bin ich dort oben auf der Hütte ja nicht, trotz der Stille.

Was mir während des Lockdowns hier in Erfurt aber tatsächlich sehr geholfen hat, ist eine klare Tagesstruktur. Auf der Hütte geht es nicht anders. Ohne Holzhacken kein Kaffee. Ohne Essensplanung nicht genug Vorräte im Schrank. Selbst das Wasser am Brunnen muss ich mir dort einteilen, weil die Quelle weiter oben nicht ausreichend hergibt, wenn noch Kühe auf der Weide sind.

In diesem Jahr freue ich mich ganz besonders auf die Berge und hoffe, dass Reisen in die Schweiz dann wieder möglich sind. Wenn ich die schwere Tür zum Hüttli aufsperre und mich der Thymianstrauß vom letzten Jahr begrüßt, das kleine Herz aus getrockneten Hagebutten, wenn der Fensterladen klappert und ich das Feuerholz im Ofen schichte, dann bin ich zu Hause.


Juliane Solvång

Himmel über Berlin.

Ich kann mich nicht erinnern, jemals in meinem Leben eine einzige Freundschaft mit solch einer Hingabe gepflegt zu haben. Über Monate haben wir uns, bis auf ein paar wenige Ausnahmen, täglich getroffen. Das gemeinsame Musizieren ist sehr frei geworden, kaum eine Einwirkung von Außen hat uns den Fokus genommen. Normalerweise sind die Räume, in denen wir spielen voll von Menschen, wir sind viel unterwegs, viel auf Reisen. In den letzten Monaten ist unser Leben beschaulicher geworden. Und dennoch habe ich den Eindruck, dass nichts stillsteht; Es wird gesucht, ausprobiert, verworfen, aufgegriffen und es wird gelebt, während sich der Himmel über Berlin in allen Farben zeigt und man das tatsächliche Reisen kaum vermisst, weil man sich innerlich bewegt.

Fabiana Striffler

Nur wenige Stunden am Abend zuvor, auf der Anfahrt zu unserem – bis dato – noch unbekannten Urlaubsort, ließen tiefschwarze Wolken und zuckende Blitze über der uns immer stärker einschließenden Bergkulisse auf ein heftiges Unwetter schließen. Die Natur und ihre Gewalt bekamen wir, begleitet von heftigsten Sturmböen, starken Regenfällen und um uns herum fliegenden Ästen, deutlich zu spüren. 

Die Gespräche im Inneren des Fahrzeugs verstummten, während die Konzentration spürbar zunahm. Starre Blicke nach vorne gerichtet – auf die Straße, in den Himmel. Lautes Donnergeröll. Und im Auge des Sturms, irgendwo vor uns, wartete unser Quartier. 

Wir setzten unsere Fahrt schweigend fort. Immer weiter. Hinauf auf den Berg, hinein in die Nacht. Vorbei an leeren Straßen, sich bahnbrechenden Muren und unbeleuchteten Häusern. Das Unwetter hatte für Stromausfall gesorgt. Auch das noch. 

In der dunklen Fremde erreichten wir irgendwann unsere Bleibe, den Ronacherfels, direkt am Weissensee gelegen, den wir nur leider nicht zu sehen bekamen. Immerhin ein leises Plätschern konnten wir hören. 

Am Morgen „danach“ begrüßte uns beim Blick aus dem Fenster, am Fuße der Gailtaler Alpen, Österreichs klarster Alpsee, der türkis blaue Weissensee.

Laura Benatzky 

Kleine Fluchten. Mit dem Bulli in der Streuobstwiese. Ein Gefühl von Freiheit und Abenteuer auf schwäbische Art.

Wolfgang und Regina Beck

Der Sommer war in vollem Schwung, jeden Tag ein neues Erlebnis und Menschen um uns herum, die wir gern haben. Aber auch ruhige Momente der zufriedenen, nachdenklichen Zweisamkeit in der warmen Abendsonne, den Tag verabschieden, gar nicht mehr zurück ins häusliche Bett wollend.

Jelena Ulukut

Markthallen sind phantastische Ort, südfranzösische erst recht. In St.-Jean-de-Luz mussten vorigen Sommer indes lebende Langusten und glänzende Thunfische farbigen Kannen aus Emaille den Vortritt lassen, die in zwei Reihen über der Theke des Cafés in ihrer uniformen Schlichtheit paradierten. Es dauerte bis zum Ende des Urlaubs und bedurfte gefühlt des Besuches jedweden Brocante-Marktes des Baskenlandes, ehe der Kauf eines feuerroten Exemplars gerade noch so in Pamplona gelang. Viel weniger Zeit brauchte die naseweise Tochter, bis sie im Internet auf die so heiß begehrte Ware stieß. Es sei ihr verziehen; mit Kannen, zumal feuerroten und aus Emaille, ist es wie beim Reisen: Was gilt schon das Ziel?


Willy Römer

Ostuni, Italien
Letztes Jahr bin ich nach Italien gefahren, um an einem Tanzworkshop teilzunehmen. Ich liebe es, wie in Italien Englisch gesprochen wird: Mit richtig viel Schwung und Melodie und vor allem: ohne „h”. Am ersten Tag habe ich diesen Schriftzug in unserem „Outdoor-Bad” gefunden, der darauf hinweist, keinen Fön zu benutzen.

Adrienn Baszo

Namaste – Das Licht in mir, grüßt das Licht in dir!
Durch eine Schulpartnerschaft mit der St. Mark’s School in New Delhi durften wir hautnah erfahren, was „Incredible India“ bedeutet: Farbenvielfalt, Menschenmengen, unbekannte Gerüche, Verkehrschaos, Kühe, Hubkonzerte, leckeres Essen und eine einzigartige Gastfreundschaft.

Gernot G.

Nach anfänglicher Ratlosigkeit habe ich die erzwungene Einschränkung im Alltag auch genossen. Endlich mal Zeit haben. Zwischen den Telefonaten und Videokonferenzen mal schnell eine Runde um den nahegelegenen See und am Wochenende statt Kino, Theater und Party lange Ausflüge in die Umgebung mit meiner Frau. Wir waren nicht nur überrascht immer noch neue, unbekannte Wege zu entdecken, sondern auch, wie schön es doch so ganz nah sein kann.

Bodo Bastian

Den Zebrastreifen überqueren – mal anders! Tierische Eindrücke aus dem Etosha National Park in Namibia.

Stephanie Hartmann

Im Oktober 2019 waren wir in Norwegen, nicht zuletzt, um Polarlichter zu bestaunen. Das Bild zeigt die magischen Lichter auf den Lofoten, die wir von unserer Unterkunft aus – ein kleines Häuschen am Rande eines Fjords – entdeckt haben. Die kalte Luft, die menschenleere Gegend, der klare Himmel und die grünlich flackernden Lichter am Himmel erzeugen eine besondere Faszination sowie unvergessliche Momente.

Franziska und David Seydel

Die Mandelsaison (Anfang April) ist die beste Zeit, um wieder in die Türkei zu reisen. Ich tausche Jeans gegen Salvar, lege mich unter einen Mandelbaum und pflücke die frischen Mandeln (die man, wenn sie noch nicht ganz reif sind, nicht einmal schälen muss) wie im Schlaraffenland direkt in meinen Mund. Dazu ein wenig grobes Salz, der Blick in den blauen Himmel und die Ziege „meine Liebe“, die sich immer wieder zu mir legt, um gekrault zu werden.

Gazi Aydin

Eigentlich liegt er direkt vor der Haustüre. Zumindest nicht weit weg. Und eigentlich hatte ich mir vorgenommen, viel öfter dort hin zu fahren. Aber doch war ich an diesem wundervollen Ort viel zu selten. Einem Ort, an dem man im See schwimmen-, gleichzeitig die Alpen sehen- und doch ein Gefühl von Süden vermittelt bekommen kann. Eine so beruhigende, träumerische Idylle habe ich selten an einem Ort erlebt. Und doch war ich einfach viel zu selten dort.
Aber dann hatte ich das Bedürfnis, diese Schönheit ganz für mich allein zu genießen. Nicht in den schmalen Straßen der Uferpromenaden mit vielen anderen entlang zu schlendern, nicht im Gespräch versunken im Café zu sitzen und nebenbei die Weite des Ortes zu spüren. Ich wollte diesen Ort, der so nah war, intensiver spüren.
Ich machte mich auf, um an diesem See umherzuwandern – inklusive Achtsamkeitstagen beim Yogafestival. Ich. Für mich alleine. Mit dem See, meinem Rucksack und meiner Yogamatte. Schön. Hier am Bodensee.

Tamara Flad

Der portugiesische Jakobsweg (den ich mit meiner Frau und mit einer Freundin unserer Kirchengemeinde im Oktober 2017 gegangen bin) führt von Porto nach Santiago de Compostela und er ist ungefähr 250 Kilometer lang. Wenn man 20 bis 25 Kilometer pro Tag geht, kann man die ganze Strecke zu Fuß also in ungefähr zwei Wochen bewältigen.

Mir ging es bei dieser Pilgerfahrt aber nicht so sehr darum, etwas zu schaffen oder eine körperliche Leistung zu erbringen. Ich habe es eher als das Gegenteil erlebt: endlich mal frei zu sein von dem Leistungsdruck, der im beruflichen Leben immer da ist. Es ging mir auch nicht einmal darum, das Ziel zu erreichen: man ist einfach unterwegs, das ist der natürliche Modus. Am Anfang ist es anstrengend und ermüdend, aber allmählich vergißt man die Anstrengung, man geht und gerät in eine Art ruhige Euphorie, man erlebt die Dinge und die Umgebung, man öffnet sich für unerwartete Erlebnisse, Einsichten und Begegnungen.

Es gibt unterschiedliche Gründe, warum man eine Pilgerfahrt machen möchte. Im Mittelalter war es meistens eine Äußerung von Buße oder das Erfüllen eines Gelübdes. Heutzutage pilgern viele Menschen, um zu entschleunigen, sich zu erholen, sowohl seelisch als auch körperlich, oder um neue Impulse zu bekommen.

Die Tatsache, dass man einen Weg geht, den viele Generationen von Pilgern gegangen sind, verleiht dem Gang eine besondere Bedeutung: man trifft andere Pilger, denen man ‘Bom Caminho’ wünscht, man holt seine Stempel in den Kirchen und Kapellen mit ihrer langen Geschichte, oder man hält bei den steinernen Kreuzen am Weg, wo Vorgänger Zettel mit ihren Gebetsanliegen hinterlassen haben. Man ist viel alleine mit seinen Gedanken, man meditiert über einen Psalm, ein Lied oder einen Bibelvers, mit dem man den Tag angefangen hat, man betet für einen Menschen, der Hilfe braucht, oder man setzt sich mit einer Frage oder einem Thema auseinander. Eine Pilgerfahrt ist eine besinnliche Sache, man nimmt Abstand vom Alltäglichen und versucht, die Dinge in einer anderen Perspektive zu sehen.

Die Strecke führt von Porto zunächst direkt am Meer der atlantischen Küste entlang, dann biegt der Caminho nordöstlich in die Hügel von Nord-Portugal und Galicien, mit schönen Dörfern, Weinfeldern und Vögelgesang. Da man in nördliche Richtung geht, hat man meistens die Sonne im Rücken, was bei dem sommerlichen Wetter, das wir hatten (25 bis 30 Grad, im Oktober!), sehr angenehm war. Nur am letzten Tag, gerade bei der Ankunft in Santiago, hat der Himmel sich geöffnet und es hat den ganzen Tag kräftig geregnet, so dass wir durch und durch nass in der Kathedrale ankamen. Dort erlebten wir aber einen ganz besonderen Abendgottesdienst, wo alle gerade eingetroffenen Pilger begrüßt und gesegnet wurden, mit, als Apotheose, dem Ritual des Botafumeiros, des versilberten Weihrauchfasses, das an einem Seil von acht Männern gezogen durch das Querschiff der Kathedrale sauste.

Bei der Heimkehr kommt es dann darauf an, an dem Erlebten festzuhalten und es im alltäglichen Leben umzusetzen. Es ist irgendwie ironisch, dass es dazu in der aktuellen Zeit wieder neue Möglichkeiten gibt: die vielfach genannte und von vielen ersehnte Verlangsamung, Verstillung und Vereinfachung des Lebens, zu der wir jetzt im Alltag gezwungen sind und die wir allmählich besser kennen und zu schätzen lernen.

Philip van der Eijk

Bahai Gärten, Haifa, Israel: Am Weltzentrum der jüngsten Weltreligion überreiche ich einem Freund eine Rose der Freundschaft. Ein Hallenser Witwer produziert im Namen seiner Frau viele Rosen und sendet diese mit Reisenden in die Welt, damit eines nahen Tages eine solche Keramikblume in jedem Land der Erde sich befindet. Mit überreicht wird hier ein passendes Zitat von Baha’u’llah: „Die Erde ist nur ein Land und alle Menschen sind seine Bürger.“ Diese Einheit wird in den Bahai Gärten spürbar. Man nennt sie umgangssprachlich auch den Paradiesgarten oder den Garten Eden. Auf jeder Israelreise ein Muss neben den bekannten Klassikern.

Sascha Gätzschmann

Spiegelbilder in Norwegen – entdeckt beim Fahrradfahren.

Monika Porrmann

Eine magische Landschaft, die uns verzaubert hat. Unwirklich erscheinend mit ihren bizarren, von Wind und Regen geschaffenen Formen. Farben der Wüste eingetaucht in eine Stille, die wir hören konnten. Menschenleer. Sind wir auf dem Mond oder Teil einer Filmkulisse? Nein, Sonntagmorgen mitten in Europa. Die Bardenas Reales im Süden Navarras. Krasser können Naturunterschiede nicht sein. Vom Hochgebirge in die Halbwüste.


Michael Matthes

Wir sind im letzten verregneten Sommer über die untere Havel geschippert. Mit zwei befreundeten Familien gemütlich von Havelberg, am letzten Zipfel Sachsen-Anhalts gestartet, hatten wir eine Woche Zeit, um die Havel mitten im Naturschutzgebiet zu entdecken. Drei Bungalow-Boote, keine Eile treibt uns. Eine fahrende Schrankwand, eine Gartenlaube oder ein Boot mit viel Platz und allem Luxus. Nachts, träumend unter klarem Sternenhimmel, mitten im Sternenpark Westhavelland haben wir uns an der Feuerschale gewärmt. Auch wenn unser BunBo-Sommer verregnet war, sehnen wir uns nach der entspannten Woche zurück. Mal sehen, wo uns dieser Sommerurlaub hinführt.

Thorsten Schmidt-Look

Santiago de Compostela – 500 Kilometer Jakobsweg liegen hinter mir. Nachhaltige Wochen voller Anstrengungen, physischen und psychischen Herausforderungen, einem herzlichen internationalen Miteinander und dem schönen Gefühl, alles Notwendige mit sich zu tragen, finden hier ein Ende. Die letzte Etappe startet nachts gegen zwei Uhr, damit ich zum Sonnenaufgang an der Kathedrale stehe. Gemeinsam mit einer kleinen Gruppe – eine bunte Mischung von Pilgern aus Österreich, Norwegen, Australien, Slowenien und den USA – laufen wir in der Dunkelheit dem Ziel entgegen. Nach fünf Stunden erreichen wir Santiago. Als ich durch einen Torbogen vor die imposante Kathedrale trete, schlägt die Turmuhr sieben Uhr. Es ist ein nicht zu beschreibendes Gefühl, nun am Ziel angekommen zu sein. Der Platz ist leer, wir steigen in unsere Schlafsäcke und genießen die morgendliche Stille vor dem großen Touristenansturm. Die körperliche Erschöpfung und Traurigkeit überwiegen, dass die letzten intensiven Wochen nun vorbei sind. Später stelle ich fest, dass dies nicht das Ende des Weges, sondern erst der Anfang war. Buen camino!

Lisa Herklotz

Elternzeit in Kanada – Auf unserer zweimonatigen Tour durch den Westen Kanadas waren wir einfach nur glücklich!

Martina Kampke

Manchmal kann man sich auch ohne großen Reiseplan von schönen Orten entzücken lassen. Im Alltag mit dem Rad einen kleinen Umweg zu fahren, um an einem schönen Platz vorbeizukommen, von der Busstation mal einen anderen Weg zu laufen, um neue Straßen zu entdecken oder bei längerer Umstiegszeit zwischen Zugfahrten einfach mal die Umgebung zu erkunden – das birgt oft ungeahnte Schätze.
Dieses Bild entstand in Hamburg – fußläufig vom Hauptbahnhof in einer 45-minütigen Umstiegszeit.

Anne-Sophie Bereuter

Tel Aviv – Die Stadt, die nie schläft. Vor meiner ersten Reise nach Israel wusste ich nicht, was mich erwartet. Bei einer Mitfahrgelegenheit habe ich eine nette Israelin kennengelernt, die so sehr von ihrer Heimat schwärmte, dass mein nächstes Reiseziel schnell feststand.
Tel Aviv ist jung und dynamisch, international und tolerant. Es ist ein kleines Berlin am Meer, in dem immer die Sonne lacht. Voller Faszination freue ich mich schon auf meine nächste Israelreise.

Juliane Hartung

Im letzten Jahr waren wir in der Böhmischen Schweiz. In Chribská. 
Nur wenige Kilometer hinter der deutsch- tschechischen Grenze kann man als Wanderer die schöne und stillere Seite des Elbsandsteingebirges genießen. Von Klettertouren bis hin zu idyllischen Wanderungen auf paradiesischen Pfaden am Chribská Kamenice entlang ist alles dabei und man bekommt ein Gefühl, als wäre die Zeit stehen geblieben.
Nicht zu vergessen, die traditionelle böhmische Küche mit Zutaten aus der Region im Restaurant „Na Stodolci“. Das ist ein Geheimtipp! Knödel, Apfelstrudel und Salate – alles selbst gemacht. 
Und wenn man Glück hat, kann man abends auf dem Heimweg noch die Ziegen beim Schlafengehen beobachten…

Peggy Klemm

Auf Reisen finden wir voller Neugierde und Vorfreude immer neue Wege – und alles sehen wir mit einem lächelnden Auge.

Jelena und Cem Ulukut

Aufstieg zur Dreifaltigkeitskirche Zminda Sameba. Unglaublich steil, unglaublich schön und immer den Kasbek (5047 m) vor Augen, der sich an diesem sonnigen Herbsttag von seiner besten Seite zeigte.

Ulrike Bastian

In offensichtlich weiser Voraussicht habe ich letztes Jahr Teegeschirr und dosenweise Tee aus China mitgebracht. Das Land hat mich so in seinen Bann gezogen und ich wäre zu gerne wieder dort. Aber im Moment begnüge ich mich wohl lieber mit einer kleinen Teezeremonie. Aufgießen, dem plätschernden Geräusch des Wassers lauschen, den Duft einatmen, einschenken, kurz innehalten, Augen schließen, trinken. Nächster Aufguss…

Meike Pfister