In Guatemala gibt es 33 Vulkane, die als potenziell aktiv gelten. Der letzte Ausbruch des „Fuego“ war im Jahr 2018. Trotz der großen Gefahr leben viele Menschen in der Nähe der Vulkane, weil dort die Böden am fruchtbarsten sind.
Daher sind Vulkane für Guatemalteken auch eher Freund als Feind. An diesem Morgen haben mich alle Menschen gefragt, ob ich schon bemerkt habe, dass der Vulkan eine Zigarette raucht. Und tatsächlich konnte man kleine Wölkchen beobachten, die in den Himmel tanzten.

Stephanie Appelhans

Ich liebe es, zu reisen. Vor allem alleine. Denn so entdecke ich Orte, die ich sonst nie erkunden würde und begegne Menschen, die ich sonst nie treffen würde. 2015 war ich in Riga – und bin im Hostel krank geworden. Was für eine unangenehme Situation – dachte ich – in einem 6er-Zimmer hustend vor sich hinzufiebern!
Da ich nicht rausgehen konnte, versuchte ich mich selber zu beschäftigen und nahm wahllos eines der Bücher vom Regal. Und plötzlich las ich eine Ars Poetica, die sich wie meine anfühlte. Ich bekam so viel Positivität durch diesen Text, dass es mir am nächsten Tag schon wieder viel besser ging:

„Let us laugh and let us love, artists, so that our laughter cheers up the men, the woman and the children, and so that our love fertilises the earth and fills it with kisses and embraces.“ (Àngel Cunillera)

Adrienn Baszo

Ein unbekannter Mann aus einem kleinen Dorf im Allgäu. Den ganzen Abend legt er Holzstücke in das Feuer. Er ist so dabei, mit ganzem Leib, dass man ihm, trotz der Stille in den Bergen, wie einem Künstler lauschte.

Emilia Lomakova

Zauberwälder mit uralten Loorbeerbäumen im Wolkensonnennebel laden zum Waldbad ein.

Petra Hinze

Die Wildnis ist mein Wohnzimmer, meine Lehrerin, meine Erinnerung an mich selbst. Sie nicht nur durch die Fenster eines gemütlichen Kreuzers zu betrachten, sondern ganz im Rhythmus der Elemente zu leben und reisen ist seit jeher meine Sehnsucht. Mein Reisefreund Milan ist mir da ein Seelenpartner. In unserer 5,20m langen „Berta“, einem Klepper-Faltkajak aus Holzgestänge und einer Haut aus Canvas und Gummi fühlen wir uns lebendig – dass darin auf unserer viermonatigen Tour auch noch Platz sein muss für meine Geige ist verrückt und doch so logisch – was sonst sollte eine Geigerin tun, als in den wenigen Siedlungen und Städten inmitten der Wildnis am Ozean spontane Konzerte für die Einheimischen zu geben?

Katharina Guhlmann

Im Urlaub ist mein erster Gang oft der zum Friseur. Ich mag es, mit Händen und Füßen über Fassonschnitte, Rasiererlängen und aromatisiertes Haarwasser zu diskutieren und im Zweifel einfach abzuwinken, weil es doch eigentlich nur darum geht, Ballast abzuwerfen.

Anton Kaiser (hier frisch vom Barber in Cape Town)

Mit den Rädern Anfang April den Ostseeradweg entlang bis nach Polen. Eiskalter Wind im Gesicht, zelten auf geschlossenen Campingplätzen bei Frost in der Nacht, strampeln gegen die Kälte. Von Stettin aus den Oderradweg durch die Uckermark, plötzlich wird es warm und frühlingshaft, Sonnenbaden zwischen Störchen und Reihern, die Weite des Odertals, abends Harry Potter vorlesen mit Taschenlampe.
Dann unser Ziel: Ein Ferienhaus in einer alten Mühle in Niederfinow, romantisch verkommen, urgemütlich. Wir stellen die Räder ab, waschen Wäsche und fühlen uns angekommen, denn dort warten unsere wichtigsten Freunde auf uns, die wir viel zu selten sehen, um mit uns Ostern zu feiern.

Ellen und Bernhard von Hagen mit Pitti, Atticus und Linnea

Bei einer Bergtour, auf die man gut vorbereitet ist oder auf die man sich lange gefreut hat, ist das Gefühl am Gipfel selbst nicht mal das intensivste. Der emotionalste Moment findet für mich ungefähr 20 Meter vor oder unter dem Gipfel statt. Wenn man plötzlich merkt, jetzt schaffen wir es. Jetzt steht dem Gipfel nichts mehr im Wege.
Man fühlt sich, als hätte man Schmetterlinge im Bauch, die einem niemand nehmen kann. Es ist ein wahnsinnig starkes Gefühl von Glück, Zufriedenheit und Freiheit.
Hier mit einem Freund auf dem Dach der Alpen (Mont Blanc, 4810m).

Kornelius Kutzner

Nachdem im Herbst 2018 das Sturmtief „Vaia“ den Mittelmeerraum mit seinen Orkanen in Atem gehalten hatte, wirkte die anschließende Stille an den Lagunen von Porto Botte an Sardiniens Westküste fast schon unwirklich.
Ganz zögerlich setzten nach und nach wieder Geräusche von Vögeln, knarrenden Fischerboten und das Rauschen des Meeres ein – eine perfekt orchestrierte Sinfonie, in deren Rhythmus der einsame Reisende feierlich mit einstimmte um die beruhigende Sicherheit eines wieder ganz normalen Abends zu feiern.

Aiko Czetö