Nur wenige Stunden am Abend zuvor, auf der Anfahrt zu unserem – bis dato – noch unbekannten Urlaubsort, ließen tiefschwarze Wolken und zuckende Blitze über der uns immer stärker einschließenden Bergkulisse auf ein heftiges Unwetter schließen. Die Natur und ihre Gewalt bekamen wir, begleitet von heftigsten Sturmböen, starken Regenfällen und um uns herum fliegenden Ästen, deutlich zu spüren. 

Die Gespräche im Inneren des Fahrzeugs verstummten, während die Konzentration spürbar zunahm. Starre Blicke nach vorne gerichtet – auf die Straße, in den Himmel. Lautes Donnergeröll. Und im Auge des Sturms, irgendwo vor uns, wartete unser Quartier. 

Wir setzten unsere Fahrt schweigend fort. Immer weiter. Hinauf auf den Berg, hinein in die Nacht. Vorbei an leeren Straßen, sich bahnbrechenden Muren und unbeleuchteten Häusern. Das Unwetter hatte für Stromausfall gesorgt. Auch das noch. 

In der dunklen Fremde erreichten wir irgendwann unsere Bleibe, den Ronacherfels, direkt am Weissensee gelegen, den wir nur leider nicht zu sehen bekamen. Immerhin ein leises Plätschern konnten wir hören. 

Am Morgen „danach“ begrüßte uns beim Blick aus dem Fenster, am Fuße der Gailtaler Alpen, Österreichs klarster Alpsee, der türkis blaue Weissensee.

Laura Benatzky 

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