Santiago de Compostela – 500 Kilometer Jakobsweg liegen hinter mir. Nachhaltige Wochen voller Anstrengungen, physischen und psychischen Herausforderungen, einem herzlichen internationalen Miteinander und dem schönen Gefühl, alles Notwendige mit sich zu tragen, finden hier ein Ende. Die letzte Etappe startet nachts gegen zwei Uhr, damit ich zum Sonnenaufgang an der Kathedrale stehe. Gemeinsam mit einer kleinen Gruppe – eine bunte Mischung von Pilgern aus Österreich, Norwegen, Australien, Slowenien und den USA – laufen wir in der Dunkelheit dem Ziel entgegen. Nach fünf Stunden erreichen wir Santiago. Als ich durch einen Torbogen vor die imposante Kathedrale trete, schlägt die Turmuhr sieben Uhr. Es ist ein nicht zu beschreibendes Gefühl, nun am Ziel angekommen zu sein. Der Platz ist leer, wir steigen in unsere Schlafsäcke und genießen die morgendliche Stille vor dem großen Touristenansturm. Die körperliche Erschöpfung und Traurigkeit überwiegen, dass die letzten intensiven Wochen nun vorbei sind. Später stelle ich fest, dass dies nicht das Ende des Weges, sondern erst der Anfang war. Buen camino!

Lisa Herklotz

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