Über Ostern sollte es nach Marrakech gehen. Diesen orientalischen Traum am Fuße des Atlasgebirges habe ich bereits einmal bereist und sofort in mein Herz geschlossen. Es gibt hier so vieles zu bewundern, zu erwandern und zu bestaunen. Was bleibt, ist ein zweiter Versuch hoffentlich im nächsten Jahr. Aber statt des Abhakens einer weiteren Reisedestination, wie es vielleicht gewesen wäre, fühlt es sich diesmal intensiver an. Der Geruch der eingelegten Zitronen, der zahlreichen Gewürze – allen voran das Fleur d’Orange und die besondere Süße des typischen Grüntees mit frischer Minze kommt in mir hoch und die Vorfreude auf einen Ausflug in die geliebten Berge – den Atlas. Diese intensive Vorfreude ist mein Gewinn an Lebensqualität in diesen Tagen. Wenn Reisen ein Ausbruch aus dem Alltag sein sollte, dann ist die Vorfreude darauf sicher eine Stärkung in den Zeiten begrenzter Bewegungsräume. Reisen erzeugt auch angenehme Bilder und Erinnerungen – etwas, dass ich gerade vermisse. Ich denke, ich werde ähnlich auf die Zeiten der Ausgangsregelungen zurückschauen, wenn ich sie hinter mir habe. Insofern ist der Blick in ein altes Urlaubsfoto auch ein Blick in die Zukunft. So wie die Spiegelung der Palmen und Berge auf der Wasseroberfläche. Noch ist das Bild der Zukunft unscharf, aber es macht neugierig und vorfreudig.

Michael Wolters